Schiessstandeinweihung

Einweihung bei den Freihand-Schützen
9.505 Stunden ehrenamtliches Engagement schaffen gemeinsam Großes

 

Pettstadt. Nach nunmehr insgesamt 25-jähriger Bauzeit in mehreren Abschnitten haben sich die Freihand-Schützen 1910 e. V. den Traum einer vollständig ausgebauten Schießanlage inmitten der Heimatgemeinde des berühmten Schmieds erfüllt und ihr Vereinsheim im Rahmen eines großen Festaktes eingeweiht. Neben 21 hochmodernen elektronischen Luftdruckständen, die der 1. Mannschaft Luftpistole - dem sportlichen Aushängeschild des Vereins - nun für Heimwettkämpfe zur Verfügung stehen, finden auf der neuen 25 m-Raumschießanlage auch Anhänger sämtlicher olympischer Kurzwaffen- und Bogendisziplinen wetterunabhängig optimale Trainingsbedingungen vor. Der großzügige Wirtschaftsbetrieb mit Biergarten und der weitläufige Bogenplatz vor den Toren der Gemeinde runden das Angebot ab und machen das Schützenhaus nicht nur zu einem sportlichen, sondern auch gesellschaftlichen Zentrum der Gemeinde.

 

Vorab des kurzweiligen und von zahlreichen Ehrengästen besuchten Festkommers machten sich die Aktiven des Vereins musikalisch von der Pettstadter Blaskapelle und befreundeten Vereinen begleitet auf den symbolischen Fest(um)zug von der ehemaligen Heimat im Bräustüberl des Gasthauses Göller in die Gaasburg zum Gelände der ehemaligen Pettstadt Stuhlfabrik KIF. Dort angekommen stellte der 1. Vors. Alexander Hummel die zentralen Meilensteine der Bautätigkeiten vor, ehe sich der Verein bei allen Unterstützern bedankte. Die Möglichkeit auf in Pettstadt ansässige Handwerksbetriebe und insgesamt 53 Bauhelfer zurückgreifen zu können, seien die Basis dieser Gemeinschaftsleistung gewesen, die zeige „dass in Pettstadt die Dorfgemeinschaft noch in Ordnung sei und die ehrenamtliche Verbundenheit zwischen den Vereinen auch tatsächlich noch gelebt werde“, so Hummel. Beeindruckende 9.505 Arbeitsstunden (alleine seit 2006) und insgesamt 681.000 EUR an Baumaterialien haben in 25 Jahren ehrenamtlicher Arbeit eine Industriebrache zu einem Schießsportzentrum gewandelt, dessen Gebäudewert über einer Million Euro liegt. Die nach den neuesten technischen Anforderungen realisierte und auf dem Luftverdrängungsprinzip basierende Lüftungsanlage reduziert die entstehenden Emissionen auf ein Minimum und erlaubt gleichzeitig sogar die Ausübung sämtlicher Kurzwaffendisziplinen im Vorderladerbereich. Im Namen des Vereins dankte er allen am Bau beteiligten Firmen, ohne deren teilweise unentgeltliche Unterstützung die Realisierung dieses Projektes nicht möglich gewesen wäre, sowie insbesondere allen Bauhelfern samt deren Familien und Partnern.

 

Für den Dachverband – den Bayerischen Sportschützenbund – gratulierte Stv. Bezirksschützenmeister Hackenschmidt den Verantwortlichen zu einer „der attraktivsten Vereinsanlagen Oberfrankes“ und hofft, dass Pettstadt zukünftig nicht nur Austragungsort der Wettbewerbe in der Oberfrankenliga, sondern zudem Trainingsstützpunkt des Schützenbezirks wird. Auch 1. Gauschützenmeister Hiller würdigte die Leistung der Freihand-Schützen mit einer eigens gestalteten Jubiläumsscheibe und sah vor allem die Konstanz nur zweier Vorsitzender in 42 Jahren Vereinsgeschichte als einen Baustein des Erfolgs. Ebenso nutzten 1. Bürgermeister Jochen Hack sowie zahlreiche Vereine den Abend, die beeindruckende Leistung der Freihand Schützen mit der Übergabe von „Bausteinen“ für zukünftige Investitionen in den Schießsport sowie die Jugendarbeit zu honorieren.

 

Sämtliche Zuwendungen fließen gemeinsam mit den Erlösen des in Erinnerung an Ehrenmitglied Reinhold Werner, der im vergangenen Jahr verstorben war, durchgeführten Einweihungsschießens in die Anschaffung von Laserschießsystemen, die v. a. im Nachwuchsbereich zum Einsatz kommen werden, so 1. Vorsitzender Hummel. In einer Tripel-Wertung aus Pistole, Gewehr und Bogen konnte sich hier der Pettstadter Ausnahmeschütze Christof Dennerlein durchsetzen. Das Vereinsschießen „aktiver“ Schützenvereine konnten die Schützen des Patenvereins A. H. Sassanfahrt sowie auf Ortsebene der Traditionsstammtisch Schrauderos für sich entscheiden. Die durch die Haus-Brauerei Wagner aus Merkendorf gestifteten Meistbeteiligungspreise gingen an die ASG Hofer Gaustadt sowie den Stammtisch „Saufmoggel“. Den Titel des Bürgerkönigs errang Kevin Pfeuffer.

 

In seiner unverwechselbaren Art sprach Pfarrer Jürgen Kalb im Rahmen des Gottesdienstes der Schützenfamilie aus der Seele ehe sämtliche neuen Räume den kirchlichen Segen erhielten. Der anschließende „Tag der offenen Tür“ lockte zahlreiche Interessierte auf die weitläufige Schießanlage, die die Gelegenheit nutzten, sich einmal selbst an Luftdruckwaffen, Pfeil & Bogen oder dem Blasrohr zu versuchen. Offensichtlich mit Erfolg, denn „neben guten Gesprächen können wir auch weitere Neueintritte vermelden“, freute sich die Oberschützenmeisterin Kerstin Jacobsen am Rande der Veranstaltung.

 

 

„Die Freihand-Schützen haben sich in jahrelanger Akribie und einer beeindruckenden Teamleistung mit ihrem Schützenhaus nicht nur eine Sportstätte, sondern ein echtes Heim geschaffen, das seines gleichen sucht und von allen Bürgerinnen und Bürgern als das gesellschaftliche Zentrum Pettstadts wahrgenommen wird. Hier lebt das Ehrenamt in vorbildlicher Weise“, so Ehrenmitglied und Bezirkstagspräsident a. D. Dr. Günther Denzler.

 

 

   
Die Eröffnungsschüsse durch zahlreichen Ehrengäste zeigt die große Vielfalt an Kurzwaffendisziplinen 1. Bgm. Jochen Hack gratuliert zur Eröffnung
 
1. Gauschützenmeister Ofr.-West Hans-Joachim Hiller übergibt eine Erinnerungsscheibe an 1. Vors. Alexander Hummel Stv. Landrat Rüdiger Gerst freut sich gemeinsam mit 1. Vors. Alexander Hummel über (s)einen Treffer
 
Bogenreferent Mario Werner und Oberschützenmeisterin Kerstin Jacobsen führen in das Bogen- und Blasrohrschießen ein  

 

 


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